Unternehmer Hildesheim fordert strukturellen Aufbruch für die Region. Verband setzt auf stärkere Kooperation mit Politik und Verwaltung. Hildesheim – 15. Januar 2026. Unternehmer Hildesheim hat ein neues wirtschaftspolitisches Positionspapier vorgelegt. Unter dem Titel „Aufbruch Hildesheim – Verantwortung übernehmen, Zukunft gestalten“ formuliert der Verband seine zentralen Erwartungen an Politik, Verwaltung und Institutionen in Stadt und Landkreis Hildesheim. Das Papier ist das Ergebnis von drei Workshops des Vorstands und versteht sich als strategischer Leitfaden für die zukünftige Arbeit des Verbandes.
„Dieses Positionspapier ist für uns so etwas wie ein Parteiprogramm – es gibt uns einen klaren roten Faden für unsere Arbeit und unsere Gespräche in der Region“, erklärt Matthias Mehler, Vorsitzender von Unternehmer Hildesheim. „Wir konzentrieren uns dabei bewusst auf kommunale und landespolitische Stellschrauben, weil hier viele entscheidende Weichen für die Zukunft des Standorts gestellt werden.“
Inhaltlich benennt das Papier zentrale Handlungsfelder: stärkere Kooperation zwischen Wirtschaft, Politik und Verwaltung, gezielte Investitionen in Bildung, den Ausbau der digitalen Infrastruktur, eine realistische Verkehrspolitik sowie ein Moratorium für weitere Belastungen und Regulierungen. Ziel sei es, die Wettbewerbsfähigkeit der Region langfristig zu sichern und die wirtschaftlichen Potenziale Hildesheims konsequent zu nutzen.
Dabei machen die Vertreter des Verbandes deutlich, wie ernst die Lage in vielen Unternehmen ist. Jürgen Schlote, stellvertretender Vorsitzender von Unternehmer Hildesheim, betont: „Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie tief der wirtschaftliche Karren in Deutschland inzwischen steckt. Die Probleme sind strukturell – und sie treffen den Mittelstand mit voller Wucht. Darüber müssen wir offen sprechen, auch in Hintergrundgesprächen mit der Politik.“
Auch Thomas Weiser, stellvertretender Vorsitzender und Geschäftsführer der InnoTape GmbH in Alfeld, warnt vor den Folgen der aktuellen Entwicklung: „Ich erlebe zum ersten Mal eine Krise dieses Ausmaßes. Die Kombination aus Kosten, Regulierung und Unsicherheit führt dazu, dass selbst gut aufgestellte Unternehmen Investitionen zurückstellen.“
Unternehmer Hildesheim versteht das Positionspapier ausdrücklich als Angebot zum Dialog. Der Verband will sich weiterhin konstruktiv in regionale Entwicklungsprozesse einbringen und gemeinsam mit Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft Verantwortung für die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Hildesheim übernehmen.
Matthias Mehler will es nicht bei Forderungen belassen: „Wir wollen nicht nur reden und appellieren – wir sind bereit, uns an unseren eigenen Taten messen zu lassen und Verantwortung für die Zukunft unserer Region konkret zu übernehmen.“