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28. März 2026

Sicherheit, Ordnung, Aufenthaltsqualität: Fundament für einen attraktiven Standort

Die Zukunft unserer Innenstadt ist kein abstraktes Thema – sie betrifft uns alle ganz konkret: als Unternehmerinnen und Unternehmer, als Arbeitgeber, als Mitarbeitende und als Teil der Stadtgesellschaft. Eine attraktive, sichere und gut organisierte Innenstadt ist weit mehr als nur ein schöner Ort – sie ist ein zentraler Standortfaktor, der darüber entscheidet, ob Menschen gerne hier arbeiten, einkaufen, ihre Freizeit verbringen und sich langfristig mit Hildesheim identifizieren.

Genau aus diesem Grund haben wir uns im Rahmen unserer Arbeitsgruppe „Transformation Innenstadt“ beim Unternehmer Hildesheim e. V. intensiv mit den Themen Sicherheit, Aufenthaltsqualität und Ordnung beschäftigt. Denn diese drei Faktoren bilden das Fundament für ein lebendiges Stadtzentrum – und damit auch für wirtschaftlichen Erfolg.

Besonders hervorzuheben ist dabei die sehr gute und konstruktive Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung sowie der Polizei. Der enge Austausch auf Augenhöhe zeigt: Die Herausforderungen sind erkannt – und sie werden gemeinsam angegangen. Mit Lars Beisenherz von der Polizeidirektion Hildesheim sowie Ulf Behnel, Dezernatsleiter für Finanzen und Ordnung der Stadt Hildesheim, konnten wir hierzu zentrale Perspektiven aus erster Hand diskutieren.

In unserem Austausch wurde deutlich: Hildesheim ist grundsätzlich eine sichere Stadt. Gleichzeitig spielt das subjektive Sicherheitsempfinden eine immer größere Rolle. Und genau dieses Empfinden beeinflusst Verhalten – von Kundinnen und Kunden ebenso wie von Mitarbeitenden und Unternehmen. Wenn sich Menschen unsicher fühlen, meiden sie bestimmte Orte oder Zeiten. Das hat direkte Auswirkungen auf Frequenzen, Öffnungszeiten und letztlich auch auf wirtschaftliche Entscheidungen.

Der Stadtordnungsdienst übernimmt hierbei eine wichtige Rolle. Mit klar strukturierten Aufgaben – vom Innendienst über den allgemeinen Außendienst bis hin zur uniformierten Stadtstreife – sorgt er täglich für Ordnung im öffentlichen Raum. Gleichzeitig wurde aber auch deutlich, dass die personellen Ressourcen begrenzt sind und eine flächendeckende Präsenz nicht jederzeit möglich ist. Umso wichtiger ist eine kluge und zielgerichtete Einsatzplanung.

Ein zentraler Erfolgsfaktor ist die enge Abstimmung zwischen Stadt und Polizei. Während der Stadtordnungsdienst für Ordnungswidrigkeiten zuständig ist, liegt die Verfolgung von Straftaten bei der Polizei. Diese klare Aufgabenverteilung funktioniert – und wird durch regelmäßigen Austausch ergänzt. Gemeinsame Streifen und abgestimmte Maßnahmen zeigen bereits Wirkung, auch wenn hier weiteres Potenzial besteht.

Oder, wie es sinngemäß aus der Runde zusammengefasst wurde:
„Sicherheit entsteht nicht durch Einzelmaßnahmen, sondern durch Zusammenarbeit, Präsenz und Vertrauen.“

Ein weiterer entscheidender Punkt ist die Aufenthaltsqualität unserer Innenstadt. Sicherheit und Sauberkeit sind dabei untrennbar miteinander verbunden. Ein gepflegtes Stadtbild wirkt sich unmittelbar auf das Sicherheitsempfinden aus. Aktionen wie der Frühjahrsputz oder gemeinschaftliche Initiativen zeigen, wie wichtig das Engagement vieler ist – von der Stadt über die Wirtschaft bis hin zu Bürgerinnen und Bürgern. Gleichzeitig bleiben Themen wie Vandalismus oder Müll Herausforderungen, die wir nur gemeinsam lösen können.

Auch bei Veranstaltungen zeigt sich die Bedeutung eines ausgewogenen Ansatzes. Formate wie Weihnachtsmarkt, Weinfest oder City Beach sind essenziell für die Belebung der Innenstadt und damit auch für den Handel und die Gastronomie. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Sicherheitskonzepte. Die Herausforderung besteht darin, Sicherheit zu gewährleisten, ohne die Offenheit und Aufenthaltsqualität einzuschränken. Eine vollständig abgeschottete Innenstadt kann nicht das Ziel sein – vielmehr braucht es flexible, durchdachte und verhältnismäßige Lösungen.

Für uns als Unternehmerinnen und Unternehmer ist dabei ein Punkt besonders wichtig: Sicherheit und Ordnung sind keine Selbstzwecke, sondern zentrale Rahmenbedingungen für wirtschaftliches Handeln. Sie beeinflussen, wie attraktiv ein Standort für Fachkräfte ist, wie gerne Menschen in die Innenstadt kommen und wie sich Unternehmen langfristig entwickeln können. Bereits heute sehen wir Auswirkungen – etwa bei angepassten Öffnungszeiten oder Herausforderungen im Hinblick auf die Mitarbeitendensicherheit, insbesondere in den Abendstunden.

Umso wichtiger ist es, die bereits vorhandenen Maßnahmen stärker sichtbar zu machen. Der Stadtordnungsdienst leistet täglich wertvolle Arbeit – diese muss auch wahrgenommen werden. Geplante Investitionen, etwa in neue, präsenter wirkende Fahrzeuge, sowie eine aktivere Kommunikation können dazu beitragen, das Sicherheitsgefühl weiter zu stärken. Dabei gilt es, die richtige Balance zu finden: Transparenz schaffen, ohne Unsicherheiten zu verstärken.

Die Diskussion hat insgesamt deutlich gemacht, dass Sicherheit, Ordnung und Aufenthaltsqualität Gemeinschaftsaufgaben sind. Es braucht ein Zusammenspiel aus Stadtverwaltung, Polizei, Wirtschaft und Stadtgesellschaft. Gleichzeitig braucht es klare Strukturen, verlässliche Prozesse und eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Maßnahmen.

Unser Ziel ist klar: eine Innenstadt, die lebendig, attraktiv und sicher ist – ein Ort, an dem Menschen gerne sind und an dem wirtschaftliche Entwicklung möglich ist. Als Unternehmerinnen und Unternehmer werden wir diesen Prozess weiterhin aktiv begleiten und unseren Beitrag leisten. Denn eine starke Innenstadt ist nicht nur ein Gewinn für die Wirtschaft, sondern für die gesamte Stadtgesellschaft und die Zukunft des Standorts Hildesheim.

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