Zum Besuch von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe in der Bischofsmühle.

Die Zukunft von Wirtschaftsstandorten hängt mehr denn je von der Infrastruktur ab. Neben einer guten Verkehrsanbindung, einem angenehmen Wohnumfeld, Kinderbetreuungsmöglichkeiten und Schulen spielt die Qualität des Gesundheitswesens vor Ort eine zunehmend gewichtige Rolle: Sind ausreichend Haus- und Fachärzte verfügbar, liegt die nächste Klinik in akzeptabler Nähe und deckt möglichst viele medizinische Bereiche ab, gibt es ausreichend Plätze und Kräfte für die ambulante und die stationäre Pflege? Das alles kostet immer mehr Geld. Gleichzeitig schrumpft die Zahl der Beitragszahler. Wie bleibt das Gesundheitssystem in Deutschland finanzierbar und zukunftsfest?

Antworten auf diese Frage erwarteten die mehr als 80 Gäste, die auf Einladung des ADK und der CDU-Bundestagsabgeordneten Ute Bertram am 16. August in das Hildesheimer Haus der Industrie – Bischofsmühle gekommen waren, um mit Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe über „Gesundheitspolitik als Standortfaktor“ zu diskutieren. Der CDU-Politiker warb für die von der Großen Koalition in Berlin bereits in Angriff genommenen und noch geplanten Gesetzespakete, die den „Kreislauf positiver Wechselwirkungen“ zwischen einer innovativen Gesundheitswirtschaft und einem funktionierenden Gesundheitswesen in Schwung halten sollen.

Für kluge Arbeitsteilung und ein intelligent geknüpftes Krankenhausnetz: Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe.

Ziele sind, die Gesundheit zu fördern, Fachkräfte zu sichern sowie einen „stimmigen Dreiklang“ aus Qualität, Erreichbarkeit und Vernetzung zu erreichen. Prävention ist dabei ein wichtiger Baustein: Beginnend bei den Kleinsten soll das Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung gestärkt und ein entsprechender Lebensstil gefördert werden. Die Gesundheitsförderung in den Betrieben ist Gröhe ein besonderes Anliegen. In diesem Zusammenhang lobte er die Pionierarbeit der Demografieagentur Niedersachsen: Derartige Netzwerke von Arbeitgebern, Gewerkschaften, Handwerkskammern und Krankenkassen müssten sich über das ganze Land spannen. Dann könne auch die betriebliche Gesundheitsförderung ein echter Standortfaktor werden. Zudem will er die Arbeitsmedizin aufwerten.
In der Pflege setzt der Bundesgesundheitsminister auf gute Arbeitsbedingungen, auf die generalistische Fachkräfteausbildung für den ambulanten und den stationären Bereich sowie deren engere Verzahnung – auch mit der Rehabilitation. Gröhe beschwor in Hildesheim erneut ein intelligent geknüpftes Krankenhausnetz mit einer klugen Arbeitsteilung zwischen gut erreichbarer, engmaschiger Grund- und Regelversorgung auf der einen sowie Knotenpunkten der spezialisierten Hochleistungsmedizin auf der anderen Seite. Im Interesse der wohnortnahen Versorgung mit niedergelassenen Ärzten außerhalb der Ballungszentren setzt der Fachminister nicht nur auf vielerlei Anreize für den Nachwuchs, sondern auch auf Medizinische Versorgungszentren, die dem Bedarf der Patienten in der jeweiligen Kommune oder Region passgenau gerecht werden könnten. Gleichzeitig soll die Spitzenforschung, die Digitalisierung und der Austausch von Gesundheitsdaten, die Telemedizin sowie das Selbst-Monitoring etwa durch entsprechende Apps für Mobilgeräte weiter vorangetrieben werden.

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