Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe zu Gast in der Hildesheimer Bischofsmühle.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) besuchte am 16. August auf Einladung der Bundestagsabgeordneten Ute Bertram und NiedersachsenMetall die Bischofsmühle in Hildesheim. Unter dem Thema „Gesundheitspolitik als Standortfaktor“ diskutierte der Minister mit den rund 100 anwesenden Gästen aus Wirtschaft und Politik unter anderem über Fragen des demografischen Wandels, der Krankenhaus- und Ärzteversorgung auf dem Land und die Herausforderungen der Digitalisierung der Gesundheitsbranche.

Gesundheitspolitik als Standortfaktor am 17.08.2016 in der Bischofsmühle Hildesheim

Für den Gastgeber des Abends, den Leiter der Geschäftsstelle Hildesheim von NiedersachsenMetall Werner Fricke, ein zentrales Thema: "Für unsere Unternehmen, die sich den Herausforderungen des demografischen Wandels stellen müssen, ist eine gute Gesundheitsversorgung vor Ort ein harter Standortfaktor. Zum einen sind wir auf gesunde und motivierte Mitarbeiter angewiesen. Zum anderen ist es auch eine Frage der Attraktivität des Standortes, ob ich eine gute Versorgung und gute Angebote bieten kann. Darüber entscheidet sich mittlerweile auch die Frage, ob ich Fachkräfte auch in Regionen jenseits der großen Ballungsgebiete locken kann."

Dabei lobte Gröhe das gegenwärtige Gesundheitssystem und machte auf die Krankenhausdichte in Deutschland aufmerksam: „Zuallererst geht es darum, dass alle Menschen auf gleicher Höhe versorgt werden: Unabhängig von Wohnort und Verdienst“, betonte er. Zudem bezeichnete er das Gesundheitswesen als wesentlichen Eckpfeiler des wirtschaftlichen Erfolgs – und meinte damit nicht nur die großen Pharmazieunternehmen, sondern auch mittelständisch orientierte Unternehmen im Bereich der Medizintechnik.

Eine aktuelle Herausforderung sei es, eine Versorgung für eine immer älter werdende Gesellschaft zu finden, die gleichzeitig auch Fachkräfte sichere, so Gröhe weiter. Er selbst sehe eine Chance in der Innovation und Forschung, um Krankheiten besser zu verstehen, zu heilen, aber auch Menschen mit mehr Würde pflegen zu können: „Es ist wichtig, frühzeitig und richtig zu investieren, um das Gesundheitswesen fit für die Zukunft zu machen.“ Gleichzeitig sei auch die Eigeninitiative der Wirtschaft bei der Bewältigung des demografischen Wandels gefragt: „Sie können stolz sein, Institutionen wie die DemografieAgentur zu haben." Die große Herausforderung der Zukunft sei, wie Mitarbeiter länger gesund im Betrieb gehalten werden können.

Zudem mahnte der CDU-Politiker zu mehr Kooperationen zwischen einzelnen Krankenhäusern. Sein Wunsch sei es, aus herausragenden Leistungen der Ärzte eine bestmögliche Mannschaft zu machen, um nicht nur eine Behandlung, sondern auch die Lebenssituation insgesamt im Blick zu haben. Zusätzlich plädierte er auf eine kluge Arbeitsteilung zwischen ortsnaher und schneller Versorgung sowie einer entsprechenden Spitzenmedizin. Eine Unterstützung wäre an dieser Stelle der Bereich „e-Health“, sodass weitere Bereiche in der Medizin miteinander vernetzt werden könnten.

Zum Thema Standortfaktor griff er in einer abschließenden Diskussion auch die Gesundheitssituationen in Unternehmen auf. Nicht nur Großkonzerne, sondern auch mittelständische Unternehmen seien in der Pflicht, ein gesundheitsförderndes Verhalten zu fördern. So könnten auch Betriebe in ländlichen Regionen attraktiver werden, gleichzeitig den Krankenstand senken und Arbeitnehmer länger im Unternehmen halten. 

Robert Cholewa, Ute Bertram, Hermann Gröhe und Werner Fricke vor der historischen Bischofsmühle.

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