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Arbeitswissenschaft
10. März 2026

Nachwuchssicherung im Handwerk neu denken

Nachwuchssicherung im Handwerk neu denken

Unternehmer Hildesheim zu Gast bei Hempelmann

 

Wie können Unternehmen junge Menschen heute für eine Ausbildung im Handwerk begeistern – und langfristig im Betrieb halten? Mit dieser Frage beschäftigte sich Anfang März eine Veranstaltung der Unternehmer Hildesheim, die unter dem Titel „Mensch. Technik. Zukunft – Müssen wir Ausbildung zur Nachwuchssicherung im Handwerk neu denken?“ bei der HS-C. Hempelmann KG stattfand. Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen und Institutionen kamen zusammen, um über aktuelle Entwicklungen in der Ausbildung zu sprechen, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam nach Lösungen für eine der zentralen Herausforderungen der Wirtschaft zu suchen: die Sicherung von Fachkräften.

Zum Auftakt begrüßten die Unternehmer Hildesheim sowie Gastgeber Michael Raedel die Gäste und gaben einen Einblick in das Unternehmen Hempelmann. Das traditionsreiche Familienunternehmen mit Wurzeln bis ins Jahr 1838 ist heute Teil der GC-Gruppe und ein bedeutender Fachgroßhandelspartner für das Handwerk in der Region. Mit zahlreichen Standorten, modernen Logistikstrukturen und einer großen Bandbreite an Tätigkeitsfeldern verbindet das Unternehmen Tradition mit einer klaren Zukunftsorientierung.

Ein zentraler Bestandteil dieser Zukunftsstrategie ist die Ausbildung. Bereits seit 1976 bildet Hempelmann junge Menschen aus und bietet heute mehrere Ausbildungsberufe an – von kaufmännischen Tätigkeiten im Großhandelsmanagement über Fachlageristen und Fachkräfte für Lagerlogistik bis hin zum dualen Studium. Besonders bemerkenswert ist die hohe Übernahmequote von über 90 Prozent, die zeigt, welchen Stellenwert Ausbildung im Unternehmen hat. Nachwuchs wird hier nicht nur ausgebildet, sondern gezielt langfristig in das Unternehmen integriert.

Im anschließenden Impuls gewährte Personalleiterin Friederike Hartrich einen praxisnahen Einblick in die Ausbildungsstrategie des Unternehmens und die Veränderungen, die sich in den vergangenen Jahren ergeben haben. Deutlich wurde dabei, dass Ausbildung heute weit über die reine Vermittlung von Fachwissen hinausgeht. Unternehmen begleiten junge Menschen zunehmend intensiver beim Einstieg ins Berufsleben und übernehmen dabei teilweise auch Aufgaben, die früher stärker im familiären oder schulischen Umfeld lagen. Gleichzeitig spielen digitale Tools im Recruiting eine größere Rolle, ersetzen jedoch nicht den persönlichen Kontakt. Gerade Nähe, Ehrlichkeit und Verlässlichkeit sind entscheidende Faktoren, wenn es darum geht, junge Talente zu gewinnen und langfristig zu binden.

Wie komplex die Situation rund um Ausbildung im Handwerk inzwischen geworden ist, zeigte sich besonders in der anschließenden Podiumsdiskussion unter dem Titel „Tradition trifft Realität – Ausbildung im Handwerk zwischen Wandel, Erwartungen und Zukunft“. Gemeinsam mit Friederike Hartrich diskutierten Daniel Stöcklein, Geschäftsführer der Stöcklein GmbH, sowie Simon Kreipe von der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen über aktuelle Herausforderungen und Perspektiven. Im Mittelpunkt standen Fragen nach den Erwartungen junger Menschen an Arbeitgeber, dem Wandel der Bewerberprofile und den gestiegenen Anforderungen an Ausbildungsbetriebe – sowohl organisatorisch als auch im sozialen Bereich.

Einigkeit bestand darüber, dass Ausbildung heute mehr Engagement und Struktur von den Betrieben verlangt als noch vor einigen Jahren. Gleichzeitig bleibt sie der wichtigste Schlüssel zur Fachkräftesicherung. Unternehmen, Kammern und Bildungseinrichtungen müssen dabei gemeinsam Verantwortung übernehmen, damit Ausbildung für junge Menschen attraktiv bleibt und Betriebe langfristig qualifizierten Nachwuchs gewinnen können.

Im Anschluss an die Diskussion erhielten die Teilnehmenden bei einem Rundgang durch das Unternehmen einen Blick hinter die Kulissen. Besonders beeindruckend waren die modernen Logistikprozesse, digitalisierte Abläufe im Lager sowie die Vielfalt der unterschiedlichen Tätigkeitsfelder. Der Rundgang machte deutlich, wie breit das Spektrum an beruflichen Möglichkeiten im Umfeld von Handel, Technik und Handwerk heute ist – und wie wichtig es ist, diese Vielfalt sichtbar zu machen.

Zum Abschluss der Veranstaltung wurde es noch einmal besonders persönlich. Mit Jette Bettels, der besten Gesellin ihres Jahrgangs, wurde eine junge Handwerkerin geehrt, die beispielhaft für die Zukunft des Handwerks steht. Ihr Erfolg ist ein starkes Signal dafür, welches Potenzial im Nachwuchs steckt – und dass engagierte junge Menschen auch weiterhin ihren Weg im Handwerk finden.

Beim anschließenden Austausch nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit zum Networking und zur Vertiefung der Gespräche. Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, dass Nachwuchssicherung im Handwerk eine der zentralen Aufgaben der kommenden Jahre bleibt. Gleichzeitig wurde deutlich: Mit guten Ausbildungskonzepten, persönlicher Begleitung und einem klaren Bekenntnis zur Ausbildung können Unternehmen junge Menschen weiterhin für eine berufliche Zukunft im Handwerk begeistern.

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