Wie fühlt sich ein Beruf wirklich an? Genau dieser Frage widmet sich das Projekt „Prio: Job“, das der Arbeitgeberverband Unternehmer Hildesheim gemeinsam mit der Stiftung NiedersachsenMetall initiiert hat. Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler frühzeitig bei ihrer Berufsorientierung zu unterstützen und ihnen praxisnahe Einblicke in verschiedene Branchen zu ermöglichen. Denn die Entscheidung für einen Beruf fällt vielen Jugendlichen zunehmend schwer – nicht zuletzt, weil echte Einblicke in den Arbeitsalltag oft fehlen.
Beim jüngsten Projektdurchlauf an der Oberschule Bockenem hatten 45 Schülerinnen und Schüler des achten Jahrgangs die Gelegenheit, gleich mehrere regionale Unternehmen kennenzulernen. In einem rotierenden System wechselten sie im Stundentakt zwischen verschiedenen Stationen und konnten so unterschiedliche Berufsfelder direkt erleben. Statt theoretischer Präsentationen stand vor allem eines im Mittelpunkt: das eigene Ausprobieren.
Für den Arbeitgeberverband Unternehmer Hildesheim ist genau das der entscheidende Ansatz moderner Berufsorientierung. Es geht nicht mehr darum, Jugendlichen PowerPoint-Präsentationen oder Unternehmensvorteile vorzustellen, sondern ihnen die Möglichkeit zu geben, selbst herauszufinden, ob ein Beruf zu ihnen passt. Macht mir diese Tätigkeit Spaß? Kann ich mir vorstellen, in diesem Bereich zu arbeiten? Diese Fragen lassen sich am besten beantworten, wenn man praktische Erfahrungen sammelt.
Die Bandbreite der vorgestellten Berufe war dabei bewusst vielfältig. Bei Agravis Technik Raiffeisen konnten die Jugendlichen beispielsweise selbst Radmuttern mit professionellem Werkzeug anziehen und so einen direkten Einblick in das Arbeiten mit Maschinen gewinnen. Andere Stationen zeigten Perspektiven in der Industrie, etwa bei Indunorm oder Gritec, während mit Medicus auch der soziale Bereich vertreten war. Gerade diese Vielfalt hilft den Jugendlichen, eigene Interessen und Stärken besser einzuordnen und erste Vorstellungen für ihre berufliche Zukunft zu entwickeln.
Gleichzeitig profitieren auch die Unternehmen von solchen Formaten. Viele Betriebe stehen vor der Herausforderung, geeigneten Nachwuchs zu finden und Ausbildungsplätze zu besetzen. Durch Projekte wie „Prio: Job“ entstehen frühzeitig Kontakte, die im besten Fall den Grundstein für spätere Ausbildungsverhältnisse legen. Der Arbeitgeberverband Unternehmer Hildesheim versteht sich dabei als aktiver Partner, der gemeinsam mit weiteren regionalen Akteuren daran arbeitet, solche Angebote zu etablieren und weiter auszubauen.
Langfristig ist es das Ziel, „Prio: Job“ nachhaltig in der Region zu verankern und noch mehr jungen Menschen den Zugang zu praxisnaher Berufsorientierung zu ermöglichen. Denn nur wer Berufe wirklich erlebt, kann eine fundierte Entscheidung für die eigene Zukunft treffen.
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